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Russland. Macht und Öffentlichkeit

22. March 2012, 19:00h bis
23. March 2012, 17:30h
Fritz Thyssen Stiftung, Apostelnkloster 13-15 (22. März), Universität zu Köln/Seminargebäude, Albertus-Magnus-Platz (23. März), , Köln

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Russland sind geprägt von der Gleichzeitigkeit widersprüchlicher Tendenzen. Macht und Ohnmacht liegen nah beieinander, Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Die Dumawahlen im Dezember 2011 und die Präsidentschaftswahlen im März 2012 suggerieren demokratische Strukturen in Staat und Politik. Gleichzeitig herrscht eine faktische Autokratie. Modernisierungsansprüche werden durch die allgemeine Konzentration der Wirtschaft auf eine Ausbeutung der Ressourcen in Frage gestellt. Der zentrale Staatsapparat stagniert, während sich gleichzeitig in einzelnen Regionen oder Branchen eine große Dynamik abzeichnet. Die Massenmedien werden zensiert. Gleichzeitig existiert eine kritische Gegenöffentlichkeit. Die russische Gesellschaft erscheint apathisch, obwohl sich ein großer sozialer Wandel vollzieht. Die scheinbar stabile Staatsmacht ist fragil. Die Konferenz geht der Frage nach, wie sich diese widersprüchlichen Tendenzen erklären lassen, wie weit sie auf sowjetische Entwicklungen zurückzuführen sind und welchen Einfluss die Globalisierung auf diese Entwicklung hat.