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Vsevolod Zaderatsky © Familienarchiv Zaderatsky Vsevolod Zaderatsky © Familienarchiv Zaderatsky

Dialog mit Bach im Gulag
Vsevolod Zaderatskys 24 Präludien & Fugen

Jascha Nemtsov spielt und erklärt Bach, Schostakowitsch und Zaderatsky

Die Musikgeschichte kennt viele Fälle, in denen ganze Musikrichtungen oder das Werk einzelner Komponisten verdrängt wurden. Das Schicksal des russischen Komponisten Vsevolod Zaderatsky bildet sogar vor diesem Hintergrund eine Ausnahme. In der Sowjetunion war er seit Anfang der 1920er Jahre bis zu seinem Tode 1953 nahezu ständig politischer Verfolgung ausgesetzt. Mehrmals wurde er inhaftiert oder verbannt und verbrachte zwei Jahre in einem Arbeitslager im Nordosten Sibiriens. Der Grund für Zaderatskys Verfolgung war seine frühere Nähe zur Zarenfamilie: 1915–1916 war er Musiklehrer des Zarensohns Alexej. Im Bürgerkrieg 1918–1920 diente er als Offizier in der Weißen Armee. Dass er den Stalinismus überlebte, gleicht einem Wunder; viele seiner Kompositionen wurden vorsätzlich vernichtet oder fielen den schwierigen Lebensumständen zum Opfer.

Sein bedeutendstes erhaltenes Werk, die 24 Präludien & Fugen, komponierte er 1937–1939 im Gulag. Es handelt sich um ein wahres Meisterwerk, eine Komposition von höchster künstlerischer Qualität. Sie besticht durch eine originelle Verbindung der barocken Tradition mit moderner Musiksprache.

Der Pianist Jascha Nemtsov, der 2015 die Weltpremiere des Zyklus spielte, wird an diesem Abend Auszüge aus diesem Werk spielen und Seitenblicke auf die Präludien & Fugen von Dmitrij Schostakowitsch und Johann Sebastian Bach werfen. Jascha Nemtsovs Doppel-CD der 24 Präludien & Fugen wurde von der internationalen Kritik als bedeutsame Entdeckung gewürdigt.

Das Konzert findet im Salon von Sarah & Jascha Nemtsov statt. Der Eintritt ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Wir bitten um Ihre Anmeldung bis zum 24. Juni 2016 an: Aktivieren Sie JavaScript, um diesen Inhalt anzuzeigen..

Veranstaltungsprogramm (PDF, 127 kB)