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Utopie und Gewalt. Werk und Wirkung des Schriftstellers Andrej Platonow (1899-1951)

"Es ging darum, den Kosmos für ungültig zu erklären" – Aus der "Baugrube" lernen.
Andrzej Stasiuk im Gespräch mit Volker Weichsel

Platonow-Lektüren III

„Mein Exemplar der Baugrube hat, locker gerechnet, zwanzigtausend Kilometer hinter sich. Eine bescheidene Ausgabe aus dem Jahr 1990 mit der Reproduktion eines Bildes von Hieronymus Bosch auf dem Umschlag. In Anbetracht dieser Entfernung, der Steppen und Wüsten, hat es sich nicht schlecht gehalten. Ich habe das Buch in Flugzeugen, in Zügen, auf Bahnhöfen, am Lagerfeuer gelesen. Ich habe mir vorgestellt, wenn ich es auf diese Reisen mitnehme, wird die Geschichte das entsprechende Gewicht bekommen. Ich wollte Platonow bei mir haben, wenn ich mir all das anschaue.“ Das zerfledderte Bändchen begleitete den polnischen Schriftsteller Andrzej Stasiuk auf einer Reise durch Russland und die Mongolei bis nach China. In seinem opus magnum Der Osten (Wschód, 2015; dt. 2016) vermisst er diesen riesigen, von Katastrophen gezeichneten Geschichts- und Naturraum. Platonow hat das größte Vorhaben in der Geschichte der Menschheit scheitern sehen, deshalb ist er für Stasiuk eine unverzichtbare Lektüre. Volker Weichsel, Redakteur der Zeitschrift Osteuropa, fragt nach.

Das Autorengespräch ist Teil der Platonow-Lektüren I-IV, die im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum Werk von Andrej Platonow und dessen Wirkung stattfinden. Veranstalterin ist die DGO gemeinsam mit weiteren Partnern.

Das Autorengespräch findet in Kooperation mit dem Literaturhaus Berlin statt.