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Vortragsreihe "100 Jahre Tscheka"

Die Internationale der Tschekisten
Eine Kulturgeschichte der Geheimpolizeien im Ostblock

Vortrag von Emmanuel Droit (Universität Straßburg)

Der Ostblock war als geopolitisches Konstrukt unter sowjetischer Hegemonie nie eine Realität per se. Angehörige der verschiedenen Sicherheitsorgane trafen sich ab Mitte der 1950er Jahre im bi- und multilateralen Rahmen. Durch regelmäßigen Kontakt, Austausch und Kooperation entwickelte sich der Ostblock für die Tschekisten peu à peu zu einem geteilten Erfahrungsraum. Jenseits des gemeinsamen Diskurses über die sozialistische Gemeinschaft und die Solidarität unter den osteuropäischen Geheimpolizeien herrschte jedoch gegenseitiges Misstrauen.

Der Vortrag widmet sich der Dichte und den Grenzen der Internationale der Tschekisten. Was heißt geheimpolizeiliche Kooperation im Rahmen des sowjetischen Imperiums tatsächlich? Wie funktionierte sie und inwiefern trug sie zur Entstehung eines transnationalen Gemeinschaftsgefühls bei? Wie dachten die Tschekisten auf internationaler Ebene?

Die Vortragsreihe "100 Jahre Tscheka – 100 Jahre (post-)kommunistische Geheimdienste" widmet sich dem Wandel und der Stabilität des Selbstverständnisses der kommunistischen Geheimpolizeien, dem öffentlichen Blick auf die „Tschekisten“ aller Länder und ihrer Rolle als Machtfaktor – im „Zeitalter des Kommunismus“ und bis in die Gegenwart. Einen Überblick über die Vortragsreihe finden Sie hier.

Eine Kooperation der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, des Beauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin, der Stiftung Berliner Mauer und des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam.

Programm Vortragsreihe (PDF, 912 kB)